Parfumherstellung
Die grosse Kunst der Parfumherstellung
Von der Extraktion bis zur Herznote
Parfum ist nicht gleich Parfum, wie wir inzwischen wissen. Doch auch in der Herstellung gibt es grosse Unterschiede, obschon diese bis heute prinzipiell folgendem, zugegebenermassen etwas vereinfachten Schema folgt: In einem ersten Schritt werden aus pflanzlichen Rohstoffen Duftstoffe gewonnen, die dann in einem zweiten Schritt in destilliertem Wasser und Alkohol gelöst werden.
1. Duftstoffe gewinnen – auf natürlichem oder künstlichem Weg
Für die Gewinnung von Duftstoffen gibt es zahlreiche verschiedene Verfahren, abhängig vom genutzten Rohstoff wie zum Beispiel Blättern, Wurzeln oder Nadeln. Bei der Enfleurage wird beispielsweise geruchsneutrales Fett genutzt. Darin werden die Duftstoffe gespeichert und später durch Waschen oder Erhitzung gelöst. Noch heisser zu und her geht es bei der Destillation, wo mit Wasserdampf gearbeitet wird. Bei der Expression werden Duftstoffe derweil ausgepresst. Und bei der sogenannten Extraktion werden die Duftstoffe den Rohstoffen schliesslich durch den Einsatz bestimmter Gase entzogen.
Neben diesen diversen natürlichen Methoden zur Gewinnung von Duftstoffen ist inzwischen auch die synthetische Herstellung weit verbreitet. Dabei werden bekannte, natürliche Duftstoffe im Labor chemisch nachgebaut bzw. kopiert. Der grosse Vorteil synthetischer Duftstoffe liegt darin, dass sie in der Regel schneller und in grösserer Menge hergestellt werden können und gleichzeitig meist auch länger haltbar sind. Bis heute lassen sich jedoch viele Zutaten von Parfums nach wie vor nicht künstlich herstellen.
2. Basis-, Kopf- und Herznote: Auf die richtige Mischung kommt es an
Sobald die gewünschten Duftstoffe alle gewonnen oder beschafft worden sind, beginnt die grosse Kunst der Parfumherstellung. Nun geht es nämlich um die richtige Mischung bzw. Komposition des Dufts. Dabei kommen die sogenannten Herz-, Kopf- und Basisnoten zum Zug, die jeweils 50 bzw. 30 und 20 Prozent der Mischung ausmachen – wobei jede Note natürlich aus mehreren einzelnen Duftstoffen bestehen kann. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Reihenfolge: Zuerst kommt nämlich unbedingt die Basisnote in die Flasche, gefolgt von der Herz- und der Kopfnote.
Die Duftmischung wird anschliessend je nach Art von Parfum, die man herstellen möchte, bis zu einem bestimmten Prozentsatz mit Alkohol und destilliertem Wasser gemischt und abgefüllt. Et voilà: Fertig ist das Parfum.